Die Kunst, den Tod ins Leben einzuladen
Denkanstöße für einen achtsamen Umgang mit Sterben, Tod und Abschied
"In diesem Buch von Rüdiger Standhardt teilen er und seine Gastautoren Erfahrungen und Ideen mit Ihnen, die helfen werden, Trauer und Tod anzunehmen. (…)" – David Roth, Geschäftsführer des Bestattungshauses Pütz-Roth – bringt damit in seinem Vorwort das Anliegen des Buches auf den Punkt. Es geht darum, den Tod als Teil des Lebens zu begreifen und "über die Annahme der Tatsache, dass jeder von uns sterben muss, ein Gefühl für die eigene Endlichkeit zu bekommen“ (S. 11f).
Das Buch möchte dazu ermutigen, den „Tod zurück ins Alltagsleben zu holen“ (S. 12). Der Pädagoge, Theologe, Trainer und Coach Rüdiger Standhardt ist davon überzeugt, dass die Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer dazu beiträgt, ein erfülltes Leben zu führen.
In seiner Einleitung nimmt Standhardt Gedanken zur Stille auf, bevor er in den vier Hauptkapiteln die Themen Leben, Sterben, Tod und Trauer entfaltet.
Das erste Kapitel Leben richtet den Blick auf verschiedene Dimensionen echten Wohlstands (z.B. Selbstliebe, Liebe in Partnerschaft, zur Arbeit und Natur) und beleuchtet weitere, für ein erfülltes Leben bedeutsame Aspekte.
Im Kapitel über das Sterben geht es besonders um Themen, die vor dem eigenen Sterben zu bedenken sind. Ein berührender Beitrag von Sabine Mehne über die körperlichen, seelischen und spirituellen Prozesse in den letzten Tagen und Stunden rundet das Kapitel ab.
Kapitel drei befasst sich mit verschiedenen Momenten rund um Endlichkeit und Tod und wird durch die Schilderungen der ehemaligen Klinikseelsorgerin und Bestatterin Sabine M. Kistner über Aktives Abschiednehmen zwischen Tod und Bestattung ergänzt.
Schwerpunkte des vierten Kapitels sind das Abschiednehmen und die Trauerbewältigung. Auch dieses Kapitel wird durch einen Gastbeitrag, nämlich von der erfahrenen Trauerbegleiterin Stephanie Gotthardt bereichert. Sie schreibt über Die Trauer als achtsamer Lebensbegleiter.
Jedes Kapitel beinhaltet eine Einladung zur Praxis der Achtsamkeit sowie sechs Denkanstöße. Teil der Denkanstöße sind Fragen zur Selbstreflexion verbunden mit der Ermutigung, sie in einem Selbsterforschungs-Tagebuch zu beantworten. In seinem Schlusswort geht Standhardt auf die Transzendenz ein.
Die differenzierten, lebens- und praxisnahen Ausführungen wie auch die inspirierenden Fragen zur Selbstreflexion tragen dazu bei, dass das Anliegen des Buches, den Tod als Teil des Lebens zu begreifen, sehr gut erfüllt wird. Da mit dem Buch auf vielfältige Weise gearbeitet werden kann, ist es sowohl für Einzelne als auch für Gruppen eine wertvolle Fundgrube.
Standhardt, Rüdiger: Die Kunst, den Tod ins Leben einzuladen. 288 Seiten, Klett-Cotta Verlag 2023, 28 €.
Text: Ulrike Hudelmaier

