Sterben im Pflegeheim

 

Im Fluss des Lebens. Gemeinsam sorgen bis zum Tod. Stärkung palliativer Kompetenz in der stationären Pflege und in Wohngemeinschaften

 
Panta rhei, alles fließt, sagt der griechische Philosoph Heraklit. Die Grenzen zwischen Alt und Jung, Leben und Tod sind im einen Moment gültig, und schon im nächsten verlieren sie ihre Substanz. Wir alle schwimmen im selben Fluss, und dabei verändern wir uns stetig. Menschen in der stationären Pflege wissen darum. Denn stationäre Pflegeeinrichtungen und Wohngemeinschaften sind Orte des Lebens – und des Sterbens. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen dazu bei, die Würde von Bewohnerinnen und Bewohnern bis zuletzt zu wahren.
 
Dies gilt für Pflege- und Betreuungs-, aber ebenso für Leitungs- und Hauswirtschaftskräfte, es gilt letztlich für alle vor Ort Tätigen. Die damit verbundenen Aufgaben sind höchst herausfordernd. Denn auch wenn Sterben und Tod hier zum Alltag gehören, möchte niemand das individuelle Abschiednehmen "abgehakt" und dadurch banalisiert wissen. Was also braucht ein Mensch in seinen letzten Tagen und Stunden tatsächlich – und was nicht mehr? Was macht gute Kommunikation aus, mit den Angehörigen und untereinander? Welche Formen der Zusammenarbeit, im Team, aber auch mit externen Diensten, helfen, um ein gutes Leben bis zuletzt zu ermöglichen? Und wie gibt man auf sich selbst und die Kolleg*innen acht in einem Umfeld, in dem man vor allem für andere da ist?
 
Der Caritasverband und das Palliative Care Forum der Erzdiözese Freiburg haben unter der Leitung von Dr. Christine Moeller-Bruker einen Kurs entwickelt, der diese und weitere Fragen aufnimmt. Das Bildungsangebot mit dem Titel "Im Fluss des Lebens. Gemeinsam sorgen bis zum Tod. Stärkung palliativer Kompetenz in der stationären Pflege und in Wohngemeinschaften" richtet sich bewusst an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Arbeitsbereiche einer Pflegeeinrichtung, also an alle dort tätigen Berufsgruppen. Denn die Themen Sterben, Tod und Trauer betreffen alle Menschen. Mit einem Umfang von sechs Modulen, jeweils für drei Stunden konzipiert, ist der Kurs kompakt gehalten; Basiskompetenzen werden vermittelt.
 
Weitere Informationen zur Qualifikation finden Sie beim Diözesan-Caritasverband Freiburg unter AntragoTemplate (caritas-dicv-fr.de). Auf dieser Seite besteht auch die Möglichkeit, den Kurs zu buchen.
 
Das Kursangebot wurde von April bis Dezember 2025 von AGP Sozialforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Klie evaluiert. Die Bilanz fiel ausgesprochen positiv aus: Der Kurs „Im Fluss des Lebens“ stärkt Mitarbeitende, Teams und Organisationen spürbar. Teilnehmende berichten von mehr Handlungssicherheit, einer offeneren Gesprächskultur und verbesserter Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen. Die praxisnahe Fortbildung setzt damit wichtige Impulse für eine moderne Palliativkultur und einen sensiblen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.
 
Um die palliative Kompetenz in weiteren Einrichtungen zu stärken, fördert das Palliative Care Forum der Erzdiözese Freiburg die Durchführung der Qualifikation mit 2.000 € je Kurs. Die Förderung gilt für Kursbuchungen bis spätestens 30.11.2026, ist trägerunabhängig und richtet sich an alle stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulant betreute Wohngemeinschaften auf dem Gebiet der Erzdiözese Freiburg. Das aktuelle Förderkontingent beläuft sich auf 8 Förderungen. In der Ausschreibung erfahren Sie hierzu mehr.
 
Kontakt:
Dr. Christine Moeller-Bruker
Referentin für Palliative Care im Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg
Referentin im Palliative Care Forum
moeller-bruker@caritas-dicv-fr.de

Text: Dr. Christine Moeller-Bruker