Der Katalog zur ersten kulturgeschichtlichen Ausstellung über jüdische Praktiken im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer im Jüdischen Museum Frankfurt geht in 17 Beiträgen u. a. auf ethische Fragen und religionsvergleichende Perspektiven ein. Er fragt, welche Rolle der Tod in Kunst- und Kulturgeschichte spielt.
Im Angesicht des Todes
Katalog zur Ausstellung
Ein Blick auf die jüdischen Perspektiven auf die Welten nach dem Tod sowie ein Interview-Projekt auf den Frankfurter jüdischen Friedhöfen runden den Katalog ab: Sara Soussan, Kuratorin für jüdische Gegenwartskulturen des Jüdischen Museums, hat Menschen gefragt, wer sie sind und was sie auf diesen „Guten Ort“ führt. Dabei hat sie berührende Geschichten zu hören bekommen.
Dabei finden rabbinische Betrachtungen zum Tod genauso ihren Platz wie Trauer und Gedenken in der jüdischen Liturgie.
Es werden Facetten der Totensorge beleuchtet wie z. B.: Wer ist für die Totenpflege zuständig? Welche Vorstellungen gibt es von der Reise der Verstorbenen nach dem Tod? Welche Solidaritätsbekundungen der Lebenden mit den Toten existieren – wie z. B. die Tradition im Judentum, sich die Kleider einzureißen?
In der Frankfurter Ausstellung wird umfassend dargestellt, dass der Tod viele Gesichter hat und uns allen bevorsteht – oder wie es Jim Morrison (Sänger der Band „The Doors“) formulierte:“No one here gets out alive“!
Die Ausstellung war bis zum 6.7.2025 in Frankfurt zu sehen.
Der Katalog verbindet die gezeigten Objekte, Medien und Kunstwerke mit den anthropologischen und philosophischen Betrachtungen.
Riedl, Erik / Sara Soussan / Mirjam Wentzel (Hrsg.): Im Angesicht des Todes. 200 Seiten, Hentrich & Hentrich-Verlag 2024, 28 €. Er ist in englischer und deutscher Sprache erschienen. Den Link zu dem Katalog finden Sie hier.
Text: Simone Böhnert

