Die Kunst des Abschiednehmens

Wie wir einen neuen Umgang mit dem Sterben finden und uns rechtzeitig vorbereiten können

Bei der Geburt ihrer Tochter kommt die Autorin Charlotte Wiedemann dem Tod erschreckend nahe. Im Wochenbett liest sie Literatur über den Tod und Geschichten von den großen Übergängen im Leben. Dann stößt sie über einen Artikel der Amerikanerin Alua Arthur, die als „Death Doula“ (Sterbegefährtin) tätig ist. Und zu guter Letzt gewinnt das Coaching-Unternehmen, für das sie tätig ist, einen neuen Kunden: ein Bestattungsunternehmen. Damit schließt sich ein Kreis und ein neuer, spannender Weg liegt vor ihr.

Sie schreibt ein Buch, das entstanden ist, weil es „neue, offenere Formen über den Tod zu sprechen (braucht) - und mit ihm zu leben.“
 
Es ist eine Mischung aus fundiertem Wissen, Fallbeispielen, aber auch kleinen Übungen und Ritualen sowie Impulsen und Reflexionsfragen geworden. Das Buch ist kein klassisches Sachbuch, sondern ein Begleiter, der zum Innehalten und Nachdenken anregt.
 
Charlotte Wiedemann lädt ihre Leserinnen und Leser ein in die Welt der Übergänge, berichtet davon, wie eine Death Doula arbeitet und wirft einen Blick auf unseren gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod. Darüber hinaus stellt sie Fragen, die uns alle betreffen: Wie können wir uns auf den Tod vorbereiten und wie unserer Angst vor dem Tod begegnen? Ein großes Kapitel zum Thema Trauer in unterschiedlichen Kontexten (wie z. B. in der Familie oder am Arbeitsplatz) sowie u. a. Buch-, Film- und Podcastempfehlungen runden das Ganze ab.
 
Das Buch ist flüssig geschrieben und stellt eine gelungene Einladung dar, Fragen zu stellen, sich mit schwierigen Themen zu befassen und eigene Antworten zu finden. Es ist inspirierend, sehr informativ und es ermutigt uns, den Tod in unser Leben zu holen.
 
 
Charlotte Wiedemann: Die Kunst des Abschiednehmens. Wie wir einen neuen Umgang mit dem Sterben finden und uns rechtzeitig vorbereiten können. Kailash Verlag, München, 2025, 20 €.
 
 
Text: Simone Böhnert