So sterben wir
Schulz spricht seine Zuhörerinnen und Leser direkt an: „Tage vor deinem Tod, wenn noch niemand deine Sterbestunde kennt, hört dein Herz auf, Blut bis in die Fingerspitzen zu pumpen. Wird anderswo gebraucht. In deinem Kopf. Im Kern deines Körpers, wo deine Lunge liegt, dein Herz, deine Leber. Auch aus den Zehenspitzen zieht sich das Blut zurück. Deine Füße werden kalt. Dein Atem verflacht. Die Sinne schwinden. Dein Körper leitet den Abschied vom Leben ein.“ Roland Schulz trifft an dem Abend in der mit 300 Teilnehmenden vollbesetzten Akademie den richtigen Ton: Pflegende, Hospizengagierte, Ärztinnen und Ärzte und zahlreiche Menschen, die mehr darüber erfahren wollen, „was wir über das Ende wissen sollten“, sind der Einladung zu Information und Austausch gefolgt und stehen noch bis lange nach der Veranstaltung im Foyer der Akademie und erzählen sich voneinander und von den eigenen Erfahrungen mit sterbenden Menschen.
Am Abend macht sich die Gewissheit im Raum breit: Wenn wir die Situation sterbender Menschen und ihrer Angehörigen, wenn wir unsere einst eigene Situation verbessern wollen, müssen wir den Tabubruch begehen und miteinander über das Sterben sprechen. Das ist der Anfang. In der Folge können dann weitere Themen in den Fokus kommen, die in Gesellschaft, Ethik und Politik diskutiert werden, wie etwa die Themen Suizidbeihilfe, Sterbehilfe, Palliative Sedierung, Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit und andere.
Das Palliative Care Forum, eine Initiative der Erzdiözese Freiburg, nimmt die Themen auf und lädt zu weiteren Veranstaltungen in die Katholische Akademie ein. Alle Themen und Termine finden Sie unter: www.palliative-care-forum.de
Artikel in der Badischen Zeitung vom 21.03.2019 von Anita Rüffer
