„Ist das schon Demenz?“ – Diese Frage steht für die Verunsicherung, die viele Angehörige bewegt, wenn sich bei einem nahestehenden Menschen Gedächtnislücken, Wortfindungsstörungen oder Verhaltensänderungen zeigen. Zwischen vager Ahnung und konkreter Sorge liegen oft Monate des Zweifelns. Informationen, fachliche Einordnung und der Austausch mit anderen Betroffenen können in dieser Phase Orientierung geben, Ängste relativieren und helfen, tragfähige Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Eine Demenz ist nicht das Ende der Lebensfreude
Dr. Claudia Krack zum Umgang mit frühen Anzeichen einer Demenz. Online-Veranstaltung - 24.02.2026
Groß war daher das Interesse am Online-Vortrag „Von der Unsicherheit zur Diagnose“ am 24. Februar 2026: Rund 340 Teilnehmende schalteten sich zu, um fundierte Einblicke in das Thema Demenz zu erhalten. Referentin war Dr. Claudia Krack, Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz. Sie verband wissenschaftlich fundiertes Wissen mit persönlicher Erfahrung und ihrer langjährigen Beratungstätigkeit und zeichnete so ein differenziertes Bild der Erkrankung.
Im Mittelpunkt standen frühe Anzeichen einer Demenz, diagnostische Wege und die Abgrenzung zu altersbedingten Gedächtnisveränderungen. Dr. Krack erläuterte unterschiedliche Demenzformen, deren Häufigkeiten sowie aktuelle therapeutische Möglichkeiten – von medikamentösen Ansätzen bis hin zu psychosozialen Unterstützungsangeboten. Ebenso nahm sie die Situation der Angehörigen in den Blick: Wie verändern sich Rollen innerhalb der Familie? Welche Dynamiken entstehen, wenn Verantwortung neu verteilt werden muss? Und wie kann es gelingen, Selbstbestimmung und Würde der Betroffenen möglichst lange zu erhalten?
Besonders eindrücklich waren ihre Ausführungen zur Alltagsgestaltung. Anhand konkreter Beispiele zeigte sie auf, wie strukturierende Routinen, wertschätzende Kommunikation und eine ressourcenorientierte Haltung dazu beitragen können, Lebensqualität zu sichern. Dabei wurde deutlich: Eine Demenz betrifft nicht nur das Gedächtnis – sie fordert das soziale Umfeld heraus und verlangt nach Verständnis, Geduld und kreativen Lösungen. Zugleich eröffnen sich neue Formen der Begegnung, wenn der Fokus nicht allein auf Defiziten, sondern auch auf verbliebenen Fähigkeiten liegt.
Im Austausch mit den Teilnehmenden wurden persönliche Erfahrungen, Sorgen und praktische Fragen geteilt. Der Abend war geprägt von einer Atmosphäre der Offenheit und des Respekts. Am Ende stand eine ermutigende Botschaft der Referentin, die zugleich als Leitgedanke der Veranstaltung gelten kann: „Eine Demenz ist nicht das Ende der Lebensfreude.“ Mit der richtigen Unterstützung, frühzeitiger Information und einem tragfähigen Netzwerk können Betroffene und Angehörige Wege finden, die von Würde, Nähe und Sinn geprägt sind.
Die Online-Reihe „Demenz“ wird vom Forum Älterwerden der Erzdiözese Freiburg in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Freiburg sowie dem Referat Inklusion – Generationen im Erzbischöflichen Seelsorgeamt verantwortet. Die Veranstaltungen finden im Rahmen des Palliative Care Forums statt, einer Initiative der Erzdiözese Freiburg, die sich der Sensibilisierung für Fragen von Krankheit, Pflege und Begleitung am Lebensende widmet.
Mit dieser Reihe leisten die Veranstaltenden einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung des Themas Demenz – und schaffen zugleich Räume für Wissen, Austausch und Ermutigung.
Die weiteren Veranstaltungen der Online-Reihe:

