Veranstaltungsreihe 'Demenz' – Drei Abende für mehr Verständnis und Miteinander

In einer zunehmend alternden Gesellschaft gehört Demenz zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Die dreiteilige Online-Veranstaltungsreihe „Demenz“, die im Frühjahr 2025 an drei Abenden stattfand, bot allen Interessierten die Möglichkeit, sich fundiert, praxisnah und mit unterschiedlichen Perspektiven dem Thema Demenz zu nähern. Zwischen 150 und 280 Teilnehmende pro Abend zeigen: Das Interesse ist groß – und das Thema geht uns alle an.

Die Reihe richtete sich an Menschen, die sich im privaten, beruflichen oder ehrenamtlichen Umfeld mit dem Thema Demenz beschäftigen – und vor allem an jene, die bereit sind, Menschen mit Demenz einen würdevollen Platz mitten in der Gesellschaft zu sichern. Denn Demenz betrifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Angehörigen, Nachbarn, Kolleginnen und Wegbegleiter. Umso wichtiger ist es, mehr zu verstehen, besser zu begleiten – und dabei nicht zuletzt auch die spirituelle Dimension des Menschseins im Blick zu behalten.
 
Den Auftakt machte am 26. Februar 2025 der Abend „Demenz – Grundwissen & Beziehungsgestaltung“ mit Marianne Buchegger M. Sc. (Caritas Socialis, Kardinal König Haus, Wien). Sie vermittelte grundlegendes Wissen zu verschiedenen Formen von Demenz und legte den Fokus besonders auf gelingende Beziehungsgestaltung. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können wir in Kontakt kommen – jenseits von Sprache, mit Empathie und echtem Interesse? Der Abend machte Mut, sich auf neue Formen der Begegnung einzulassen und die Beziehung nicht über den kognitiven Abbau, sondern über menschliche Nähe zu definieren.
 
Am 18. März 2025 folgte die zweite Veranstaltung „Demenz in Partnerschaft und Familie“ mit Antje Koehler (Fachreferentin, Coach, Köln). Sie beleuchtete die oft tiefgreifenden Veränderungen, die eine demenzielle Erkrankung auf zwischenmenschlicher Ebene mit sich bringt. In Partnerschaften, in Eltern-Kind-Beziehungen oder Geschwisterkonstellationen entstehen neue Rollen und Herausforderungen, oft auch emotionale Überforderungen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel Potenzial in einem verständnisvollen Umgang liegt – und wie wichtig es ist, nicht nur die erkrankte Person, sondern auch deren Angehörige im Blick zu behalten.
 
Den Abschluss bildete am 15. Mai 2025 der Abend „Demenz und Spiritualität“ mit Dr. Carmen Birkholz (Theologin, Trauerbegleiterin, Essen). Sie betonte, dass spirituelle Bedürfnisse auch bei fortgeschrittener Demenz präsent bleiben – manchmal sogar intensiver als zuvor. Anhand konkreter Beispiele aus ihrer Praxis zeigte sie auf, wie Menschen mit Demenz in ihrer Spiritualität wahr- und ernstgenommen werden können, unabhängig von religiöser Zugehörigkeit. Die Teilnehmenden wurden ermutigt, Räume für spirituelle Erfahrungen zu schaffen – in Seelsorge, Pflege, aber auch im Alltag.
 
Die Veranstaltungsreihe hat deutlich gemacht: Demenz geht uns alle an. Sie stellt uns vor Herausforderungen – und zugleich vor die Möglichkeit, unser Miteinander menschlicher, achtsamer und offener zu gestalten. Wer sich mit Demenz auseinandersetzt, lernt nicht nur eine Diagnose kennen, sondern auch neue Wege der Begegnung, Beziehung und Begleitung.