Nach den Grundlagen des ersten Kursteils standen nun vor allem Fragen im Mittelpunkt, die den Berufsalltag unmittelbar berühren: Was bringt die Seele ins Lot – und was bringt sie aus dem Gleichgewicht? Was bedeutet Trost, und wie kann tröstendes Handeln gelingen? Wie können Mitarbeitende Menschen in existenziellen Krisen begleiten, ohne vorschnelle Antworten zu geben oder Lösungen anbieten zu müssen? Welche Rituale können dabei unterstützen?
Die Referierenden Dr. Margit Gratz und Markus Müller gestalteten die Seminartage erneut mit einer gelungenen Verbindung aus fachlichem Input, praktischen Übungen und intensivem Erfahrungsaustausch. Die Haltung des achtsamen Daseins und Mitgehens eröffnete neue Perspektiven auf spirituelle Begleitung im Gesundheitswesen.
Großen Raum nahmen zudem Fragen nach Sinn, insbesondere im Erleben von Krankheit und Leiden, sowie der Umgang mit anvertrauten Lebensgeschichten ein. Anhand von Fallbeispielen und im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, wie das behutsame Ansprechen existenzieller Themen Türen öffnen kann – für Gespräche, die über das rein Medizinische hinausgehen und den Menschen in seiner ganzen Person in den Blick nehmen.
Wie schon im ersten Seminarteil erwies sich die interprofessionelle Zusammensetzung der Gruppe als besondere Stärke. Die unterschiedlichen beruflichen Perspektiven bereicherten die Diskussionen und machten deutlich, wie Spiritual Care als gemeinsame Aufgabe verschiedener Professionen gelingen kann.
Mit dem Abschluss des Curriculums nahmen die Teilnehmenden nicht nur neue fachliche Impulse mit, sondern auch eine geschärfte Wahrnehmung für die spirituellen Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Menschen. Zum Abschluss haben die Teilnehmenden ihr erreichtes Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin überreicht bekommen. Das Seminar hat eindrucksvoll gezeigt, dass Spiritual Care keine zusätzliche Aufgabe ist, sondern eine Haltung, die Begegnungen vertieft und eine ganzheitliche Begleitung im Gesundheitswesen stärkt.

