Welthospiztag am 10. Oktober
09.10.2020 |
Neben der medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Versorgung schwerstkranker Sterbender zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch die spirituelle Begleitung Schwerstkranker zu den vier Säulen einer umfassenden Palliativarbeit, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn keine Aussicht auf Heilung mehr besteht. Diese WHO-Empfehlung wirke „wie ein Türöffner für Kirche und für Seelsorge,“ sagt Sandra Hart. Mittlerweile seien vielerorts auch Seelsorgerinnen und Seelsorger Teil der multiprofessionellen Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), erklärt sie. Seit der Gesundheitsreform 2007 steht es allen schwerstkranken Patientinnen und Patienten mit besonders belastenden Krankheitssymptomen wie etwa starken Schmerzen zu, die Hilfe eines SAPV-Teams in Anspruch zu nehmen, dem laut Vorgabe des Gesetzgebers auch Seelsorgerinnen und Seelsorger angehören sollen. Dabei sind die verschiedenen Teammitglieder nicht für die Pflege der Betroffenen, sondern vielmehr für deren medizinische, psychosoziale und spirituelle Begleitung und Beratung zuständig. Das schließt auch die Angehörigenarbeit mit ein.
Mittlerweile wurden in Deutschland fast flächendeckend zahlreiche SAPV-Teams eingerichtet, seit November 2016 auch in den verschiedenen Regionen des Erzbistums Freiburg. 2017 sei schließlich der Wunsch aufgekommen, auch im Erzbistum Freiburg Seelsorgerinnen und Seelsorger in die SAPV zu integrieren, erinnert sich Sandra Hart. Das Erzbistum Freiburg willigte ein und seit Januar 2018 arbeitet die Singener Pastoralreferentin in einem Team zusammen mit vier weiteren Seelsorgerinnen und Seelsorgern in der SAPV in Freiburg und Umgebung mit. Den größten Teil der Arbeit der Seelsorgerinnen und Seelsorger nimmt in der SAPV die spirituelle Begleitung der Palliativpatientinnen und –patienten ein. Neben Seelsorgegesprächen zu Fragen wie „woher komme ich, wohin gehe ich“ seien Rituale wie das Spenden des Sterbesegens, den die Erzdiözese Freiburg für die Verabschiedung am Lebensende zugelassen hat, und darüber hinaus auch Gespräche mit den Angehörigen ein wichtiger Teil ihrer Arbeit, erklärt Sandra Hart.
Außerdem sei es ihr wichtig, in der Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen „die ethische und spirituelle Fragestellung im Team wachzuhalten,“ fügt sie hinzu. Mit der Ambulanten Ethikberatung hat das Team rund um Sandra Hart in Zusammenarbeit mit Dr. Verena Wetzstein, Studienleiterin der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg, und der Pflegefachkraft und Gerontologin Henrike Voss ein Instrument zur Durchführung ethischer Fallbesprechungen entwickelt. Dafür wurden die Singener Seelsorgerin und ihre Kolleginnen und Kollegen dieses Jahr mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ausgezeichnet.
Ziel aller Maßnahmen sei es, durch die Arbeit als SAPV-Team einen „Zugang zu den Schwerstkranken und sterbenden Menschen“ zu schaffen, da diese zusammen mit ihren Angehörigen in der Gesellschaft oftmals allein gelassen würden, so Sandra Hart. In der Hospiz- und Palliativarbeit sei es von Bedeutung, in der Gesellschaft Fragen nach dem Tod zur Sprache zu bringen. Schließlich handele es sich dabei um ein Thema, das alle etwas angehe. Da es laut der Palliativseelsorgerin in Zukunft eine der Hauptaufgaben der Kirche sei, "zu den Menschen in ihrem Leid hinzugehen,“ sei im Bereich der Palliativarbeit insbesondere auch kirchliches Engagement gefragt. Die Seelsorgearbeit in SAPV-Teams könne Sandra Hart zufolge dabei eine wertvolle Ergänzung zur lokalen Gemeindeseelsorge darstellen.
In Würde bis zuletzt leben: Die ganzheitliche Sorge um schwerstkranke sterbende Menschen ist ein wichtiger Auftrag der Kirche
Freiburg. Seit jeher gehört die Sorge um sterbende Menschen zum Auftrag der Kirche. Sandra Hart, Pastoralreferentin und Seelsorgerin mit einer Palliative-Care-Zusatzausbildung aus Singen, liegt es bei dieser Mission am Herzen, einen „ganzheitlichen Blick auf den Menschen zu haben“, damit die von ihr begleiteten schwerstkranken Sterbenden „in Würde bis zuletzt leben“ können. Unter dem Begriff der ‚Palliative Care‘ versteht man alle Maßnahmen, die ein Sterben in Würde ermöglichen sollen. Mit dem Welthospiztag, der diesen Samstag (10. Oktober) unter dem Motto „Solidarität bis zuletzt“ begangen wird, soll weltweit auf die Bedeutung eines solchen würdevollen Lebensendes aufmerksam gemacht werden.
Neben der medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Versorgung schwerstkranker Sterbender zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch die spirituelle Begleitung Schwerstkranker zu den vier Säulen einer umfassenden Palliativarbeit, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn keine Aussicht auf Heilung mehr besteht. Diese WHO-Empfehlung wirke „wie ein Türöffner für Kirche und für Seelsorge,“ sagt Sandra Hart. Mittlerweile seien vielerorts auch Seelsorgerinnen und Seelsorger Teil der multiprofessionellen Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), erklärt sie. Seit der Gesundheitsreform 2007 steht es allen schwerstkranken Patientinnen und Patienten mit besonders belastenden Krankheitssymptomen wie etwa starken Schmerzen zu, die Hilfe eines SAPV-Teams in Anspruch zu nehmen, dem laut Vorgabe des Gesetzgebers auch Seelsorgerinnen und Seelsorger angehören sollen. Dabei sind die verschiedenen Teammitglieder nicht für die Pflege der Betroffenen, sondern vielmehr für deren medizinische, psychosoziale und spirituelle Begleitung und Beratung zuständig. Das schließt auch die Angehörigenarbeit mit ein.
Mittlerweile wurden in Deutschland fast flächendeckend zahlreiche SAPV-Teams eingerichtet, seit November 2016 auch in den verschiedenen Regionen des Erzbistums Freiburg. 2017 sei schließlich der Wunsch aufgekommen, auch im Erzbistum Freiburg Seelsorgerinnen und Seelsorger in die SAPV zu integrieren, erinnert sich Sandra Hart. Das Erzbistum Freiburg willigte ein und seit Januar 2018 arbeitet die Singener Pastoralreferentin in einem Team zusammen mit vier weiteren Seelsorgerinnen und Seelsorgern in der SAPV in Freiburg und Umgebung mit. Den größten Teil der Arbeit der Seelsorgerinnen und Seelsorger nimmt in der SAPV die spirituelle Begleitung der Palliativpatientinnen und –patienten ein. Neben Seelsorgegesprächen zu Fragen wie „woher komme ich, wohin gehe ich“ seien Rituale wie das Spenden des Sterbesegens, den die Erzdiözese Freiburg für die Verabschiedung am Lebensende zugelassen hat, und darüber hinaus auch Gespräche mit den Angehörigen ein wichtiger Teil ihrer Arbeit, erklärt Sandra Hart.
Außerdem sei es ihr wichtig, in der Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen „die ethische und spirituelle Fragestellung im Team wachzuhalten,“ fügt sie hinzu. Mit der Ambulanten Ethikberatung hat das Team rund um Sandra Hart in Zusammenarbeit mit Dr. Verena Wetzstein, Studienleiterin der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg, und der Pflegefachkraft und Gerontologin Henrike Voss ein Instrument zur Durchführung ethischer Fallbesprechungen entwickelt. Dafür wurden die Singener Seelsorgerin und ihre Kolleginnen und Kollegen dieses Jahr mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ausgezeichnet.
Ziel aller Maßnahmen sei es, durch die Arbeit als SAPV-Team einen „Zugang zu den Schwerstkranken und sterbenden Menschen“ zu schaffen, da diese zusammen mit ihren Angehörigen in der Gesellschaft oftmals allein gelassen würden, so Sandra Hart. In der Hospiz- und Palliativarbeit sei es von Bedeutung, in der Gesellschaft Fragen nach dem Tod zur Sprache zu bringen. Schließlich handele es sich dabei um ein Thema, das alle etwas angehe. Da es laut der Palliativseelsorgerin in Zukunft eine der Hauptaufgaben der Kirche sei, "zu den Menschen in ihrem Leid hinzugehen,“ sei im Bereich der Palliativarbeit insbesondere auch kirchliches Engagement gefragt. Die Seelsorgearbeit in SAPV-Teams könne Sandra Hart zufolge dabei eine wertvolle Ergänzung zur lokalen Gemeindeseelsorge darstellen.
