Woche für das Leben 2022: Demenz

06.05.2022 | Badische Landeskirche und Erzbistum Freiburg zur Woche für das Leben 2022

In einer Online-Veranstaltung am Abend des 5. Mai haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Vortrag von Prof. Dr. Thomas Klie über das Thema Demenz und Sorgende Gemeinschaften informiert und in der anschließenden Podiumsdiskussion über konkrete Projekte und die Sicht auf Demenz von Landesbischöfin Prof. Dr. Heieke Springhart und Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz informiert.

Von links nach rechts: Waltraud Kannen, Geschäftsführerin der Sozialstation Südlicher Breisgau; Dagmar Zimmermann, Vorständin im Diakonieverein Graben-Neudorf; Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz; Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart; Moderator Kirchenrat Dr. Lucius Kratzert; Prof. Dr. Thomas Klie.
"Die Rückgewinnung der Sorge um den Anderen, des Ringens um Bedingungen guten Lebens für alle Bürgerinnen und Bürger – auch im politischen Sinne: Dafür steht der Begriff der Caring Community." Prof. Dr. Thomas Klie veranschaulichte in seinem Vortrag die Dringlichkeit, mit der sich die Gesellschaft den Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zuwenden muss. Angesichts der hohen und weiter steigenden Zahl von Menschen mit Demenz in Deutschland warb er für die Übernahme von Verantwortung von allen Mitgliedern in der Gesellschaft - nicht nur der beruflich Pflegenden.
 
Waltraud Kannen stellte in Ihrem Beitrag die Arbeit der Pflegewohngemeinschaft "mittendrin" in Staufen dar: Die Wohngemeinschaft mittendrin in Staufen ist ein Lebensort für 10 Menschen mit Demenz, die aufgrund der dementiellen Veränderungen nicht mehr in der Lage sind, in ihrem bisherigen Lebensumfeld zu verbleiben. Das Konzept, angefangen von der Architektur der Räumlichkeiten bis hin zur Alltagsgestaltung, ist am Leitbild  einer Großfamilie orientiert. 
 
Dagmar Zimmermann veranschaulichte den so genannten Demenz-Knigge, eine Broschüre, die Menschen den Weg über die Brücke in die Welt der Menschen mit Demenz eröffnen und die Begegnung mit Menschen mit Demenz erleichtern will.
 
In ihren Statements verwiesen Weihbischof Dr. Dr. Würtz und Landesbischöfin Prof. Dr. Springhart auf die unbedingte Würde von Menschen mit Demenz, die in der Gottebenbildlichkeit ihre Einzigartikeit und Schutzwürdigkeit begründet. Sie plädieren für ein Verständnis des Menschen, das den Gedanken der Vulnerabilität – der Verwundbarkeit und Verletzlichkeit – ins Zentrum rückt.  Von hier aus gesehen rückt die Relationalität und die Beziehungshaftigkeit des Menschen in den Blick: Wir alle sind es, die die Würde von Menschen mit Demenz bezeugen: durch unser In-Beziehung-Bleiben und unser Engagement in Sorgender Gesellschaft. Hier gilt es auch das kirchliche Engagement weiter zu intensivieren.
 
Wir empfehlen freundlich die Lektüre der Broschüre von DBK und EKD zur Woche für das Leben, abrufbar unter: www.woche-fuer-das-leben.de