Weihnachten ohne Dich – Hilfreiches für Trauernde
Alle Jahre wieder – es wird Weihnachten: Das Fest der Geburt Christi, der Liebe, Geborgenheit und Familie. Alle Jahre wieder – aber nicht für Trauernde, denn Weihnachten ist nicht mehr so wie zuvor, wenn die geliebte verstorbene Person schmerzlich vermisst wird.
Fragen tauchen vielleicht auf, wie Weihnachten nur werden soll, wenn doch die Trauer die Luft zum Atmen nimmt und die Augen mit Tränen angefüllt sind. Freunde und Bekannte wenden sich oft ab, weil sie hilflos sind und nicht wissen, was sie sagen sollen. Das verstärkt meist die Einsamkeit und die Trauer um die geliebte Person. Ratschläge machen alles noch schlimmer. Manchmal geht es nur darum, den Schmerz auszuhalten. Jeden Tag aufs Neue.
Einigen Trauernden hilft es, das Weihnachtsfest gut durchzuplanen. Sie machen sich Gedanken, was sie mit dem Weihnachten vor dem Tod der geliebten Person verbindet, was sie beibehalten oder was sie ganz anders machen wollen. Was von den vorherigen Weihnachten würden sich die Trauernden für das nächste Weihnachten wünschen? Gibt es das traditionelle Essen, das der verstorbene Mann so sehr mochte oder eben gerade nicht? Wird das Fest allein verbracht oder folgt man lieber der Einladung von Freunden und Verwandten? Werden die Weihnachtslieder in diesem Jahr nicht vor dem Christbaum, sondern bei Kerzenschein auf dem Friedhof gesungen?
Manche Trauernde greifen dankbar das Ritual der Familie von Dietrich Bonhoeffer auf, dessen Bruder 1918 18-jährig als Fahnenjunker gefallen war. Sie haben vom geschmückten Christbaum einen Ast abgeschnitten und auf das Grab des Verstorbenen gelegt. Im Wohnzimmer klaffte nun eine Lücke am Baum, die die Kluft symbolisiert, die der Tod des jungen Bruders gerissen hatte. Zugleich schuf der Ast eine Verbindung vom Baum zum Grab, von der Feier zum Friedhof. Tod und Trauer müssen nicht totgeschwiegen werden, sondern haben einen Platz an Weihnachten.
Das Durchplanen kann dem oft so emotional geladenen Fest im Vorfeld etwas die Angst nehmen und Sicherheit geben. Trauernde können selbst gestalten und geraten nicht in eine Abhängigkeit. Wenn das erste Weihnachtsfest in der Trauer nicht verdrängt, sondern gut geschafft wurde, kann diese positive Erfahrung eine gute Voraussetzung für das nächste Weihnachten sein.
Anja Drechsle, Pastoralreferentin, Kur- und Klinikseelsorgerin, Trauerbegleiterin, Multiplikatorin »Trauer erschließen«
An einigen Orten der Erzdiözese Freiburg werden in der Weihnachtszeit besondere Gottesdienste und Veranstaltungen für Trauernde angeboten. Erkundigen Sie sich vor Ort oder auf folgender Internetseite https://www.ebfr.de/trauerangebote
An einigen Orten der Erzdiözese Freiburg werden in der Weihnachtszeit besondere Gottesdienste und Veranstaltungen für Trauernde angeboten. Erkundigen Sie sich vor Ort oder auf folgender Internetseite https://www.ebfr.de/trauerangebote

