Das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) und die Deutsche Akademie für Suizidprävention (DASP) haben ihre Übersicht zu den Zahlen der Suizide in Deutschland im Jahr 2023 veröffentlicht. Mit 10.304 Suiziden sind die Zahlen um 1,8 % im Vergleich zu 2022 gestiegen.
Zahl der Suizide in Deutschland ist leicht gestiegen
Ältere Männer sind besonders betroffen
Im langfristigen Vergleich ist die Zahl der Suizide nach einem deutlichen Rückgang in den 1980er und 1990er-Jahren in den vergangenen 20 Jahren relativ konstant geblieben. Dennoch starben in Deutschland im Jahr 2023 deutlich mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Mord und Totschlag, illegale Drogen und AIDS zusammen.
Über alle Altersgruppen hinweg begehen Männer deutlich häufiger Suizid als Frauen. Im Jahr 2023 begingen 7.478 Männer und 2.826 Frauen Suizid.
In den einzelnen Altersgruppen entwickelten sich die Fallzahlen unterschiedlich. So ging die Zahl der Suizide unter jungen Menschen deutlich stärker zurück als die Fälle insgesamt: Starben 2003 noch gut 700 unter 25-Jährige in Deutschland durch Suizid, so waren es im vergangenen Jahr knapp 500. Unter älteren Menschen nahmen dagegen die Suizide binnen 20 Jahren teilweise deutlich zu. Am stärksten war der Anstieg in der Altersgruppe 85 plus: Hier hat sich die Zahl der Suizide von 600 im Jahr 2003 auf knapp 1.300 im Jahr 2023 mehr als verdoppelt.
Unklar ist auch die Zahl der assistierten Suizide. Da die Sterbehilfeorganisationen nicht zur Meldung verpflichtet sind, liegen keine genauen Daten vor. Möglicherweise, so mutmaßen die Autorinnen und Autoren, zeigt sich die steigende Anzahl der assistierten Suizide darin, dass bei den Methoden des Suizids, der durch Medikamente besonders angestiegen sei.
Aufgrund des Berichtes wird u. a. gefordert, dass Sterbehilfeorganisationen zur Berichterstattung verpflichtet werden müssen und insbesondere Angebote zur Suizidprävention für ältere Menschen ausgebaut werden sollten.
Die ausführliche Übersicht der NaSPro und der DASP finden Sie hier.


