"Im Hospiz - Leben und Tod"

Rezension eines Dokumentarfilmes

Ein junger Dokumentarfilmer (24 Jahre) besucht über vier Monate das Hospiz Sankt Katharina in Frankfurt. Er lernt Gäste kennen, unterhält sich mit Pflegerinnen / Pflegern und erfährt mehr über das Leben und den Tod.

6 Tage hat Alexander Schmitt mit seinem Team in dem Hospiz gedreht. Dabei begegnet er u. a. Franziska Ehrhardt, genannt Franzi, die seit 12 Jahren mit einem unheilbaren Hirntumor lebt. Sie ist fröhlich, lebensbejahend und sprüht nur so vor Energie.
Herr Andersson hingegen betrachtet die Filmaufnahmen erstmal aus der Ferne, bevor Alexander Schmitt einen Zugang zu ihm findet: Der alte Mann zeichnet gerne und so bringt der junge Mann ihm eines Tages einen Zeichenblock und einen Stift mit. Herr Andersson erstellt darauf ein sehr gelungenes Porträt von seinem Gegenüber und teilt die Ansicht mit, dass der Tod für ihn kein Ende sei - es sei ein Neubeginn und daher habe er auch keine Angst vor ihm.
Der Dokumentarfilmer erfährt, dass es zum Geburtstag für jede / jeden ein Ständchen und einen Blumenstrauß gibt und er ist dabei, wenn Franzi im Hospiz Gartenarbeit verrichtet, um in Verbindung zu ihrer Mutter zu sein, die Gartenarbeit sehr geliebt hat.
Franzi, der „magic moment“ wie Pflegerin Anke Cörten sie nennt, ist auch diejenige, die ein Ausflug zu einem Essen mit einigen Gästen organisiert. Es wird viel gelacht und gescherzt und Alexander Schmitt vergisst für einen Augenblick, dass er sich unter Menschen befindet, die bald sterben.
Und dann tritt der Tod tatsächlich ins Leben: Ein Gast ist gestorben und der Dokumentarfilmer sieht zum ersten Mal einen Toten. Gruselig findet er das zunächst, was für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizes Alltag ist: Pro Woche sterben 1-2 Gäste.
Warum Herr Andersson, dem es immer schlechter geht, dennoch keck mit einem Auge in die Kamera zwinkert, warum Pflegerin Anke Cörten über eine (geistige) Kutschfahrt berichtet und warum Franzi das Hospiz wieder verlässt, das alles ist in der emotional sehr berührenden und empfehlenswerten Doku unter diesem link auf youtube zu sehen.